Wie man eine Tarotkarte deutet
Das Deuten einer Tarotkarte zu erlernen ist einer der grundlegenden Schritte zum Verständnis der symbolischen Sprache des Tarots. Entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung hat eine Karte niemals eine einzige feste Bedeutung.
Bei einer seriösen Legung muss eine Karte als Symbol verstanden werden, das seine Bedeutung in einem genauen Kontext erhält: die gestellte Frage, die Position im Legesystem und die Beziehung zu den anderen Karten.
Das Prinzip der Tarotdeutung
Eine Karte zu deuten bedeutet zu verstehen, was sie in einer bestimmten Situation offenbart. Das Tarot funktioniert als symbolische Sprache, in der jede Arkana eine Dynamik, eine Spannung oder eine Phase der menschlichen Erfahrung darstellt.
Eine Karte sollte daher niemals aus ihrem Kontext herausgelöst werden. In einem Legesystem bilden die Karten eine zusammenhängende Struktur, in der jede Karte dazu beiträgt, die Gesamtsituation zu beleuchten.
Aus diesem Grund vermeiden erfahrene Tarotdeuter, Karten auf einfache Schlüsselwörter zu reduzieren. Eine seriöse Legung versucht stattdessen, die symbolische Logik des gesamten Legesystems zu verstehen.
Die zu analysierenden Elemente einer Karte
Mehrere Elemente ermöglichen es, die Botschaft einer Tarotkarte zu verstehen.
- Die symbolische Bedeutung der Karte
- Die Position im Legesystem
- Die benachbarten Karten
- Die gestellte Frage
Erst die Kombination all dieser Elemente ermöglicht eine stimmige Deutung.
Die Rolle der Symbolik
Das Tarot de Marseille basiert auf einer reichen Ikonografie: Farben, Gegenstände, Gesten, Figuren und Blickrichtungen haben alle symbolischen Wert.
Das Verständnis dieser Symbole ermöglicht es, über eine oberflächliche Lektüre der Karten hinauszugehen und einen tieferen Zugang zum Tarot zu finden.
Deshalb ist das Studium der Symbolik für die korrekte Deutung der Arkana unerlässlich.

Beispiel: Den Magier deuten
Der Magier wird häufig mit Anfängen, Initiative und der Fähigkeit zu handeln in Verbindung gebracht.
In einem beruflichen Legesystem kann er eine neue Gelegenheit oder ein Projekt in seiner Anfangsphase darstellen.
In einem Beziehungslegesystem kann er den Beginn einer Begegnung oder eine noch fragile Dynamik anzeigen.

Beispiel: Den Eremiten deuten
Der Eremit beschwört Distanz, Reflexion und Reife.
In einem Legesystem bezüglich einer wichtigen Entscheidung kann diese Karte darauf hindeuten, dass man sich Zeit zum Nachdenken nehmen sollte, bevor man handelt.
Wie Sie Ihre Tarotdeutung verbessern können
- die Symbole auf den Karten aufmerksam beobachten
- allzu starre Deutungen vermeiden
- die Gesamtdynamik des Legesystems analysieren
- das Kartenlegen regelmäßig üben
Mit Erfahrung hören die Karten auf, einfache Bilder zu sein, und werden zu einer wahren symbolischen Sprache.
Verwandte Artikel
Häufig gestellte Fragen
Hat eine Tarotkarte nur eine einzige Bedeutung?
Nein. Eine Karte kann je nach gestellter Frage, ihrer Position im Legesystem und den umgebenden Karten verschiedene Bedeutungen annehmen. Die Deutung hängt immer vom Gesamtkontext ab.
Kann man das Tarotdeuten alleine erlernen?
Ja. Mit Übung, dem Studium der Kartensymbolik und der regelmäßigen Analyse von Legesystemen ist es möglich, eine stimmige und persönliche Tarotlektüre zu entwickeln.
Muss man die Bedeutung jeder Karte auswendig lernen?
Das Erlernen der traditionellen Bedeutungen kann anfangs hilfreich sein, aber am wichtigsten ist es, das Symbol jeder Karte und die Art und Weise zu verstehen, wie sie mit den anderen Karten im Legesystem interagiert.
Verändern umgekehrte Karten die Deutung?
Ja. In einigen Methoden verändern umgekehrte Karten die Dynamik der Karte. Sie können auf eine Blockade, eine Spannung oder eine Energie hinweisen, die sich anders ausdrückt.
Wie viele Karten braucht man, um ein Legesystem zu deuten?
Das hängt von der verwendeten Methode ab. Einige Legesysteme verwenden eine einzige Karte, während andere Strukturen wie das Kreuz oder das 12-Häuser-Legesystem eine vollständigere Analyse der Situation ermöglichen.