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Glossar

Ikonografische Quellen

Die Gesamtheit der visuellen, kulturellen und künstlerischen Einflüsse, die zur Bildung der Tarot-Bilder beitrugen.

Die Tarotbilder sind nicht isoliert entstanden. Sie sind eingebettet in einen weiten ikonographischen Kontext: mittelalterliche Kunst, religiöse Darstellungen, moralische Allegorien, volkstümliche Traditionen und die Bildwelt der Renaissance.

Manche Figuren der großen Arkana finden Parallelen in mittelalterlichen ikonographischen Zyklen, in Totentänzen, in Darstellungen der Kardinaltugenden oder in Bildern königlicher und kaiserlicher Macht. Papst, Kaiser, Gerechtigkeit und Tod schöpfen aus diesem geteilten Bildrepertoire.

Die ikonographischen Quellen des Tarots zu verstehen heißt, die Karten wieder in ihren historischen und kulturellen Kontext zu stellen, lange vor den okkultistischen Deutungen des 18. und 19. Jahrhunderts. So lässt sich unterscheiden, was zur materiellen Geschichte der Karten gehört und was aus späteren symbolischen Umdeutungen stammt.

Das Studium der ikonographischen Quellen stützt sich auf dokumentarische Vergleiche: zeitgenössische Stiche, illuminierte Handschriften, Fresken, Altarbilder, Almanache und andere Kartenspiele. Es bildet heute ein eigenständiges Feld der Kulturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Warum die ikonographischen Quellen des Tarots studieren?
Weil sie es erlauben, die tatsächliche Geschichte der Karten von ihren späteren esoterischen Umdeutungen zu unterscheiden, und besser zu verstehen, warum eine bestimmte Figur in einer bestimmten Epoche auf eine bestimmte Weise dargestellt wurde.
Verraten die ikonographischen Quellen den 'wahren Sinn' der Arkana?
Nein. Sie erklären die visuelle Genealogie der Bilder, aber der Sinn in einer Legung entsteht stets aus der Begegnung von Karte, Kontext und Lesemethode.

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