Glossar
Claude Burdel: Definition
Ein Straßburger Kartenmacher des 18. Jahrhunderts, Schöpfer eines Tarot aus der Tarot-de-Marseille-Tradition, das von Kartenhistorikern weithin studiert wird.
Claude Burdel war ein Meisterkartenmacher, der im 18. Jahrhundert in Straßburg tätig war. Sein Tarot, um 1751 gestochen, gehört zur ikonografischen Familie des Tarot de Marseille.
Das Tarot von Claude Burdel weist einige interessante grafische Varianten gegenüber den Lyoner oder Marseiller Modellen auf, was es zu einem kostbaren Zeugnis der Vielfalt der regionalen Produktionen macht.
Die Tarothistoriker verwenden dieses Deck oft, um die fortschreitenden Veränderungen der Ikonografie und die Zirkulation der Modelle zwischen verschiedenen europäischen Städten zu studieren.
Das Burdel-Deck veranschaulicht die regionale Vielfalt der Tarotproduktion: Im 18. Jahrhundert gab es nicht ein einziges Marseille, sondern mehrere Werkstätten in verschiedenen Städten, die verwandte, aber nicht identische Versionen produzierten.
Seine grafischen Varianten – Zeichendetails, Inschriften, Behandlung bestimmter Figuren – erlauben es den Historikern, Produktionen zu vergleichen und die Zirkulation der Modelle zwischen Lyon, Marseille, Straßburg und anderen Städten zu rekonstruieren.
Durch sein Datum und seine Qualität bleibt das Tarot von Claude Burdel ein kostbares, studiertes und manchmal neu aufgelegtes Zeugnis für wer den Reichtum und die Variabilität der alten Marseiller Tradition verstehen will.
Den Burdel mit den Lyoner und Marseiller Modellen zu vergleichen ist ein bevorzugter Weg, um zu verstehen, wie sich eine gleiche Tradition in regionale Versionen ausprägte, jede mit ihrem eigenen grafischen Charakter.
Deshalb bleibt das Burdel-Deck ein wertvolles Studienobjekt: Es erinnert daran, dass das Tarot de Marseille keine einzige feste Form war, sondern eine lebendige Tradition, die sich von Stadt zu Stadt in eng verwandte, doch je eigene regionale Versionen ausprägte.
Häufig gestellte Fragen
- Wer war Claude Burdel?
- Ein Straßburger Meisterkartenmacher des 18. Jahrhunderts, Schöpfer um 1751 eines Tarot aus der Familie des Tarot de Marseille.
- Warum interessiert sein Deck?
- Durch seine grafischen Varianten, die helfen, die regionale Vielfalt und die Zirkulation der Modelle zwischen europäischen Städten zu studieren.
- Gehört es zum Tarot de Marseille?
- Ja: Es gehört zu seiner ikonografischen Familie, als Zeugnis der regionalen Produktionen des 18. Jahrhunderts.