Glossar
Königin: Definition
Eine Hoffigur, die verinnerlichte Autorität, relationale Meisterschaft oder eine Qualität der Präsenz ausdrückt, die mit der betreffenden Farbe verbunden ist.
Die Königin repräsentiert oft eine Form der Reife, die verinnerlichter, empfänglicher oder subtiler ist als die des Königs, ohne dass dies eine Werthierarchie zwischen den beiden Figuren impliziert.
Sie kann eine reale Person bezeichnen, eine Art, eine Energie zu bewohnen, oder eine Qualität der Beziehung zur Welt, gegründet auf der sensiblen Intelligenz, dem Maß, dem Zuhören oder der inneren Souveränität.
Ihre Bedeutung hängt stets von der betreffenden Farbe ab: Die Königin der Kelche spricht von einer affektiven und relationalen Präsenz, die Königin der Schwerter von einer geistigen Klarheit, die Königin der Stäbe von einer schöpferischen Energie, die Königin der Münzen von einer materiellen und konkreten Stabilität.
Im Tarot reduziert sich die Königin nie auf eine vereinfachende psychologische Lesung. Sie nimmt voll an der symbolischen Struktur der Hofkarten teil und liest sich im Verhältnis zum König, zum Ritter und zum Buben derselben Farbe.
Im Verhältnis zum König derselben Farbe verkörpert die Königin oft eine innerlichere und empfänglichere Beherrschung gegenüber einer äußerlicheren und behauptenderen, ohne dass dies eine Hierarchie begründet: Es sind zwei komplementäre Modi einer gleichen Energie.
Sie gut zu lesen setzt voraus, die Farbe, die Position und die Nachbarkarten zu kreuzen und je nach Kontext zu entscheiden, ob sie eine Person des Umfelds oder eine Qualität der Ratsuchenden selbst beschreibt, die anzuerkennen ist.
Häufig gestellte Fragen
- Welcher Unterschied besteht zwischen der Königin und dem König im Tarot?
- Der König drückt eher eine behauptete und nach außen strukturierte Autorität aus; die Königin eine verinnerlichte Autorität, eine subtilere und empfänglichere Reife. Die beiden Figuren ergänzen sich in der Lesung einer gleichen Farbe.
- Bezeichnet die Königin notwendigerweise eine Frau?
- Nein. Sie kann eine Person jeden Geschlechts darstellen oder eine Qualität der Präsenz – Empfänglichkeit, Innerlichkeit, Feinheit – die der Ratsuchende annimmt. Die Hofkarten sind keine strikten Geschlechtsmarker.
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